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Berlin, Seiteneingang

D | 1996 | Dokumentarfilm | 52 min | Beta SP 4:3

Kurzinfo

Dokumentation über den Papstbesuch in Berlin am 23.Juni 1996.

Synopsis

Nach Art einer Parallelmontage dokumentiert der Film den 23.Juni 96, an dem Papst Johannes-Paul II Berlin besucht hat. Das Konzept des Films war, daß fünf verschiedene Teams (je Realisator/Kamera und Ton) fünf verschiedene Schauplätze und ihre Protagonisten über einen Tag begleiten. Dabei sollte nichts inszeniert oder in anderer Art und Weise beeinflußt oder forciert werden. Die einzelnen Handlungsstränge sind dann - orientiert an einer ungefähren Zeitschiene und nach dramaturgischen Gesichtspunkten zu einem Film montiert worden. Das Konzept einzelner, unberechenbarer Momentaufnahmen verschmilzt zu einem mehr oder weniger rauhen Guß. Bilder und Stimmungen spiegeln die Befindlichkeit der Metropole wider. Die Stadt bleibt gelassen. Der Papst ist in der Diaspora gelandet. Eine polnische Reisegruppe aus Szczecin auf ihrer Reise zum Papst. Im Bus wird der Rosenkranz gebetet, bevor die Gruppe auf Geheiß des jungen Geistlichen schon einmal anfeuernde Rufe zur Papst-Begrüßung übt. Nach der Messe im Olympiastadion streifen wir mit ihnen durch das "Sündenbabel" Berlin. Schwul-lesbisches Straßenfest rund um den Nollendorfplatz. Tag drei des Spektakels, das auch in diesem Jahr wieder an die hunderttausend Besucher angezogen hat. Langsam kommt das Fest in Gang, denn die letzte ausgelassene Nacht steckt Veranstaltern und Besuchern noch in den Knochen. Der frischgekürte "Gegenpapst" gibt seine äußerst weltlichen Ansichten zum besten. Mit frohgelaunten Anti-Hits wie "Ein Prosit auf das, was wir lieben" - live dargeboten von den berüchtigten „Jacob-Sisters“, endet ein kurzweiliger Tag. St.Hedwig-Krankenhaus in Berlin-Mitte. Die Nonnen des Boromäer-Ordens, die in den Mauern des Krankenhauskomplexes leben, beten für das Gelingen des Papstbesuches. Gleichzeitig beginnt der normale Krankenhausbetrieb. Patienten auf den unterschiedlichen Stationen, die das Geschehen in der Stadt nur im Fernsehen verfolgen können und zwei ältere Nonnen, die uns die klösterliche Klausur zeigen - eine Zeitreise. Der Orden stirbt aus, und die beiden leben vor allem in der Vergangenheit. Sr. Adelgard kann sich noch erinnern, wie Nazigröße Joseph Goebbels sich im St.Hedwigs-Krankenhaus seine Nierensteine behandeln ließ. “News-Talk-Radio“ in Berlin. Während andere Sender sich damit brüsten, ihre Wortbeiträge unter 1% gedrückt zu haben, wird bei diesem Sender nur geredet. Und das schneller, als der Moderator denken kann. Das "Call-in"-Programm wurde wegen des Papst-Besuches eigens geändert. Doch bald ist der Papst vergessen. In der nächsten Show widmet sich der Sender den "Instinktos" und ihrer Rohkost-Ernährung. Showdown-Radio, bis die Ohren um Gnade bitten. Der Ereignisse nicht genug: Berlin im Fußballfieber, es ist auch der Tag des EM-Spiels Deutschland-Kroatien.

Stab

Angaben zum Stab
Regie Gunter Hanfgarn, Michael Richter
Kamera Enno Born, Guntram Fink, Karl Harenbrock, Thomas Henkel, Ralf Ilgenfritz, Michael Schehl
Musik Robert Drasnin
Schnitt Werner Bednarz
Ton Martin Dahmen, Chara Kyriasoglu, Tanja Schotola, Johannes Surek, Sibyll Thuns
Kurzinfo Gunter Hanfgarn, Michael Richter
Produktion Gunter Hanfgarn

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