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Calling Hedy Lamarr

D, A, GB | 2004 | Dokumentarfilm | 75 min | DVCPro50 16:9

Kurzinfo

Ein Film auf den Spuren der legendären Hollywood-Diva Hedy Lamarr (alias: Hedwig Maria Kiessler), die eine Weile als "schönste Frau der Welt" galt. Kaum bekannt ist, dass sie parallel zu ihrer Filmkarriere eine visionäre Erfinderin war. Hollywood hatte keinen Platz für kluge Frauen, und so blieb ihre patentierte Erfindung geheim. Ihre Technologie verschaffte den alliierten Torpedos im Zweiten Weltkrieg einen entscheidenden strategischen Vorteil und wird auch heute noch von der US-Armee innerhalb bestimmter Waffensysteme eingesetzt. Das sog. frequency hopping, das ihr selbst nie Geld einbrachte, ist zudem heute die Grundlage aller Mobiltelefonie.

Stab

Angaben zum Stab
Regie Georg Misch
Kamera Jon Sayers
Musik Jim Howard
Schnitt Michel Palm
Ton Peter Utvary / Elisabeth Reeh
Redaktion Sabine Rollberg (WDR), Anthony Wall (BBC)
Produktion Gunter Hanfgarn, Ralph Wieser und Martin Rosenbaum
Coproduktion Mischief Films, Wien und Lone Star Productions, London
Sender WDR, ARTE, BBC and AVRO/NL,
Förderer Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmfonds Wien und Österreichisches Filminstitut
Mitwirkende Anthony Loder

Presse

Zum Film: Die legendäre Hollywood-Diva Hedy Lamarr konnte sich nicht nur für gewagte Filmprojekte begeistern (die erste Nacktszene der Filmgeschichte), sondern traf auch in ihrem Privatleben überraschende und mutige Entscheidungen: Sie lief ihrem restriktiven ersten Mann, dem österreichischen Waffenfabrikanten Fritz Mandl, davon und wanderte nach Amerika aus. Im Hollywood der 30/40er Jahre gelang ihr ein rasanter Aufstieg, und sie wurde als „schönste Frau der Welt“ gehandelt. Ihre Karriere verlief jedoch, nicht zuletzt durch fatale Fehlentscheidungen (sie lehnte die Hauptrolle in "Casablanca" ab) letztendlich glücklos. Wie erst nach ihrem Tod bekannt wurde, war die Lamarr, Urtypus des bezaubernden „Wiener Mädels“, auch eine visionäre Erfinderin. Ihr einzigartiger technischer Sachverstand führte zu einer Reihe bahnbrechender Patente, die seinerzeit militärische Verwendung in der Steuerung alliierter Torpedos fanden und bis heute Bestandteil moderner Mobiltelefon-Technologie sind. Auf Anraten der Studiobosse wurde Hedy Lamarrs parallele Erfinderinnen-Existenz geheimgehalten, um ihren Nimbus als verführerische Leinwand-Göttin nicht zu gefährden - Hollywood hatte keinen Platz für smarte Frauen. Auch hatte die Schauspielerin, die im Jahr 2000 im Alter von 85 Jahren starb, wegen militärischer Geheimhaltungsvorschriften nie Erlöse aus ihrer Erfindung ziehen können. Die technologische Relevanz ihrer Entdeckung wird von heutigen Experten mit der Entwicklung des Computerchips verglichen – einem Milliarden-Dollar-Business. Der Film CALLING HEDY LAMARR betrachtet die Hollywood-Diva vornehmlich aus der Perspektive ihres Sohnes Anthony Loder, eines mittelmässig erfolgreichen Telefonhändlers aus Los Angeles, der sich verzweifelt als Hollywood-Produzent eines Spielfilms über das Leben seiner Mutter versucht. In seinen Recherchen stößt er auf widersprüchliche Aussagen und phantastische Theorien. Wahrheit und Lüge stehen sehr nahe beieinander. Zwischen ihm und den anderen Protagonisten des Films entspinnt sich ein magischer Dialog an dem Hedy Lamarr über Mitschnitte alter Telefongespräche auf „übernatürliche“ Weise teilnimmt. Die legendäre Hollywood-Diva Hedy Lamarr konnte sich nicht nur für gewagte Filmprojekte begeistern (der erste, angedeutete on-screen Orgasmus der Filmgeschichte), sondern traf auch in ihrem Privatleben überraschende und mutige Entscheidungen: Sie lief ihrem restriktiven, ersten Mann, dem österreichischen Waffenfabrikanten Fritz Mandl davon und wanderte nach Amerika aus. Im Hollywood der 30/40er Jahre gelang ihr ein rasanter Aufstieg, und sie wurde als „schönste Frau der Welt“ gehandelt. Ihre Karriere verlief jedoch, nicht zuletzt durch fatale Fehlentscheidungen (sie lehnte die Hauptrolle in „Casablanca“ ab) letztendlich glücklos. Wie erst nach ihrem Tod überraschenderweise bekannt wurde, war die Lamarr, Urtypus des bezaubernden „Wiener Mädels“, auch visionäre Erfinderin. Ihr einzigartiger, technischer Sachverstand führte zu einer Reihe bahnbrechender Patente, die seinerzeit militärische Verwendung in der Steuerung von Torpedos fanden und bis heute Bestandteil moderner Mobiltelefon-Technologie sind. Regisseur Georg Misch wählt für seinen Film einen sehr eigenen und ungewöhnlichen Ansatz Der laterale Umgang mit dem Archivmaterial verschiedenster Herkunft entspricht der inneren Zerrissenheit einer Hollywood-Diva, die ihre parallele Existenz als Erfinderin auf Anraten der Studio-Bosse stets geheimgehalten hatte, um ihren Nimbus als erfolgreiche Leinwand-Göttin nicht zu gefährden. Trotz ihrer zahlreichen Erfolge verbrachte sie die letzten drei Jahrzehnte ihres Lebens in der suburbanen Anonymität Floridas: Vereinsamt und von Schönheitschirurgen entstellt. Das Telefon wurde dabei zu ihrem einzigen Kommunikationsmittel mit der Außenwelt. Selbst mit ihren Kindern und engen Freunden verbrachte sie sechs bis sieben Stunden pro Tag am Telefon, doch zu persönlichen Begegnungen kam es in ihren letzten Lebensjahren kaum. Aus diesem Grund, aber nicht zuletzt auch wegen der Bedeutung ihrer Erfindung für die moderne Kommunikation, ist das Telefon das „strukturierende Leitmotiv“ des Films. Die Interviews im Film sind als Telefongespräche inszeniert und führen wie eine nostalgische Konferenz zwischen den Protagonisten durch die Zeiten. Dabei ist „Calling Hedy Lamarr“ kein Portraitfilm sondern betrachtet die Hollywood-Diva vornehmlich aus der Perspektive ihres Sohnes Anthony Loder, eines mittelmässig erfolgreichen Telefonhändlers aus Los Angeles, der sich verzweifelt als Hollywood-Produzent eines Spielfilms über das Leben seiner Mutter versucht. In seinen Recherchen stösst er auf widersprüchliche Aussagen und phantastische Theorien. Wahrheit und Lüge stehen sehr nahe beieinander. Zwischen ihm und den anderen Protagonisten des Films entspinnt sich ein oft magischer Dialog an dem Hedy Lamarr über Mitschnitte alter Telefongespräche wie auf übernatürliche Weise teilnimmt. Die angebliche Schizophrenie der Hollywood-Diva äussert sich dramaturgisch als ein beharrlicher Wechsel zwischen ihren Extremen und ist eine wichtige Charakteristik des Films. Was Wahrheit ist, muß konstant neu interpretiert werden. Lamarrs Tod im Februar 2000 beendete eine der vielschichtigsten Hollywood-Biographien des letzten Jahrtausends. Der Film endet dort, wo Hedy Lamarrs Geschichte begann: In Wien. In ihrem Testament hatte sie verfügt, dass ihre Asche im Wiener Wald verstreut werden solle. Eine Heimkehr, von der sie immer geträumt hatte, doch zu der sie sich zu Lebzeiten nie überwinden konnte.

Festivals

2004 Locarno International Film Festival
2004 American Film Inst. (AFI), USA
2004 The Hamptons Film Festival, USA
2004 Viennale, Österreich
2004 Filmfest Kassel
2004 Sevilla
2004 Bratislava
2004 Sarasota, USA
2005 Max Ophüls, Saarbrücken
2005 Göteborg, Schweden
2005 Diagonale, Graz
2005 Adelaide, Australien
2005 INPUT San Francisco, USA
2006 EU-Filmfestival Kairo, Ägypten

Galerie

Trailer