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Red and Blues

D | 2005 | Dokumentarfilm | 90 min | DVCPro50 16:9

Kurzinfo

Das Leben des Louisiana Red klingt wie ein Blues-Song, mit seiner Gitarre als Rettungsanker: Der Vater vom Ku Klux Klan ermordet, die Mutter gestorben, verbringt er seine Kindheit in Waisenhäusern, danach, bis kurz nach dem Korea-Krieg, in der US-Army. Seither lebt er in Hannover und tingelt über europäische Bühnen um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Film begleitet den Musiker durch trostlose, winterliche Kleinstädte in Deutschland und während einer US-Tour.

Synopsis

Eine musikalische Reise in die Vergangenheit der Südstaaten, zu den Wurzeln afrikanischer Musik und einem Leben in Deutschland. HANNOVER. Als One-man-Show zieht LOUISIANA RED den Konzertsaal in Bann. Virtuos huschen seine Finger über die Gitarrensaiten, finden neue und alte Blues-Riffs. Seine tiefe, rauhe Stimme füllt den Saal. REDs Musik ist ein Zwiegespräch mit dem Publikum. In Hannover wohnt RED seit 20 Jahren. Mittlerweile sind einige amerikanische Musiker dorthin gezogen. Es gibt Studios, Austausch mit Kollegen und kleine Clubs. Hier hat er auch seine afrikanische Frau Dora kennengelernt. Dora managt ihn, sorgt für ihn, sie ist auch mal sein Tour-Roadie. Nur wenn er nicht tut, was sie sagt, gibt es Ärger. Ansonsten sind sie ein harmonisches älteres Ehepaar. MISSISSIPPI. RED wurde 1934 geboren, zwanzig Jahre vor der schwarzen Bürgerrechtsbewe-gung. Der Ku Klux Klan ermordete seinen Vater. Seine Mutter verlor er schon als Baby, und nach dem Tod des Vaters wächst der Junge bei Verwandten und in Kinderheimen auf. Armut und Hunger prägen seine Jugend. Als junger Erwachsener sucht er ein Zuhause in der Armee - und landet im Korea-Krieg. Nur der Blues bleibt sein verlässlicher Begleiter. Er lernt als Kind Mundharmonika, mit vierzehn holt ihn Muddy Waters auf die Bühne. Er beginnt Gitarre zu spielen und entwickelt einen eigenen Stil. Er wird zu Studio-Sessions eingeladen, wird Profimusiker, wird LOUISIANA RED. Es zieht ihn auch heute immer wieder in seine alte Heimat Mississippi. Die Südstaaten haben sich verändert. Heute arbeiten nur noch wenige schwarze Landarbeiter mehr auf den Baumwollfeldern, niemand sagt mehr ungestraft Nigger. Schwarze heissen heute ‚African American‘, und die Baumwolle wird von Maschi-nen gepflückt. Aber noch immer leben die Schwarzen und Weissen voneinander getrennt. Noch immer sind die kleinen Landstrassen staubig und schnurgerade. So wie seine Musik sie beschreibt.

Stab

Angaben zum Stab
Regie Susanna Salonen
Kamera Susanna Salonen
Kurzinfo Susanna Salonen, Gunter Hanfgarn
Redaktion Barbara Denz (NDR) , Matthias Kremin (WDR)
Assistenz Tore Schmidt
Produktion Andrea Ufer
Coproduktion NDR, WDR
Förderer Nordmedia

Festivals

Nordische Filmtage 2005

Galerie